Alte Immobilien: Für Risse und Schimmel gibt es keinen Schadensersatz

05.11.2019

Den Mangel bei einer Immobilie verschweigen? Das ist keine gute Idee! Denn der Käufer kann noch im Nachhinein Schadensersatz fordern und unter Umständen den Kauf rückgängig machen. Aber: Gewisse Schäden sind bei alten Häusern üblich.

Bei einem Urteil des Landgerichts Coburg im Falle eines 45 Jahre alten Hauses ist der Käufer auf dem Schaden sitzen geblieben. Beispielsweise Risse und Schimmel stellen keine Mängel dar. Als Käufer kann man folglich keinen Schadensersatzanspruch geltend machen – sogar wenn die Mängel zum Kaufzeitpunkt nicht sichtbar waren.

Zumal im vorliegenden Fall im Kaufvertrag ein Haftungsausschluss für Sachmängel vereinbart worden war; dieser umfasste auch Schimmel und Risse in den Wänden.

Ob ein Mangel vorliegt, wurde dadurch analysiert, dass mit der üblichen Beschaffenheit von Häusern mit ähnlichem Qualitätsstandard verglichen wurde. Nach diesem Kriterium stellten Risse in geputzten Wandflächen bei einem 45 Jahre alten Haus keinen Mangel dar. Das bestätigte zusätzlich ein Sachverständiger: Nach so vielen Jahren sei die Lebensdauer eines Innenputzes erreicht oder überschritten.

Das undichte Dach wurde durch das Gericht hingegen als Mangel beurteilt. Obwohl der Verkäufer durch eine unsachgemäße Reparatur in der Pflicht stand, scheiterten die Ansprüche des Klägers am Gewährleistungsausschluss.

 

Foto: Alexas_Fotos/pixabay.com


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