Das Rheinland wird Metropolregion

22.02.2017

Damit entsteht die drittgrößte Metropolregion Europas, gleich hinter dem Großraum Paris und der britischen Metropolregion um London. Insbesondere in Punkto Verkehrsinfrastruktur ruhen große Hoffnungen auf der Metropolregion – was auch Auswirkungen auf den Immobiliensektor hat.

Düsseldorf. Das Rheinland wird heute (am 20. Februar 2017) zur Metropolregion. Dafür gründen die Bürgermeister von 11 Städten, die Landräte von 13 Kreisen und die Regierungspräsidenten von Köln und Düsseldorf heute einen Verein. Mit dabei sind auch die Handwerks-, Industrie und Handelskammern der Region sowie der Landschaftsverband Rheinland. Die Metropolregion wird alle Kommunen der Regierungsbezirke Köln und Düsseldorf umfassen. Sitz der Organisation wird Köln, Vorsitzender der Düsseldorfer Oberbürgermeister Thomas Geisel.

Nach den Bevölkerungszahlen von 2015 leben rund 8,5 Millionen Menschen in dieser Region. Sie erwirtschaften ein Bruttoinlandsprodukt von 291 Milliarden Euro – fast die Hälfe der Wirtschaftsleistung ganz Nordrhein-Westfalens. Im europaweiten Vergleich ist das Rheinland damit die drittgrößte Metropolregion – gleich hinter Paris und London, aber noch vor Amsterdam/Rotterdam, Madrid, München und dem benachbarten Ruhrgebiet.

Mit der Gründung der Metropolregion sind große Hoffnungen verknüpft: Denn trotz ihrer Größe hinkt die Region im Vergleich mit den anderen Metropolregionen Deutschlands in einigen Punkten hinterher. Das gilt etwa für die Arbeitsproduktivität oder die Kaufkraft. Hier sind die Regionen Stuttgart, München und Frankfurt dem Rheinland noch überlegen. Auch beim Wirtschaftswachstum sieht es am Rhein vergleichsweise mau aus. 8,2 Prozent waren es zwischen 2007 und 2013, während Berlin auf 17,1 und München auf 16,5 Prozent kam. Wenn das Rheinland hier aufholen möchte, bleibt also einiges zu tun.

Schwerpunkte der gemeinsamen Arbeit in der Metropolregion sollen die Bereiche Bildung und Forschung, Verkehrsinfrastruktur, Tourismus, Kultur und Stadtmarketing sein. Dabei bietet die Metropolregion die Chance, mit einer Zusammenarbeit über das alte Kirchturmdenken hinaus die Region weiter zu entwickeln. Nicht zuletzt arbeiten hier auch die alten Erzrivalen Köln und Düsseldorf zusammen. Beispiel Nahverkehr: Die Existenz zweier Verkehrsverbünde erschwert das Pendeln zwischen Köln und Düsseldorf bislang erheblich. Die Metropolregion hat sich dagegen das Projekt vorgenommen, ein Jobticket für die gesamte Region zu schaffen.

Projekte wie dieses haben auch Auswirkungen auf den Immobiliensektor. So fordert Haus & Grund Rheinland seit längerem, bei der Verbesserung der Verkehrsinfrastruktur nicht nachzulassen. Denn nur wenn die Menschen mobil sind, lässt sich das Problem des großen Zuzugs und Wohnungsmangels in den Städten bei gleichzeitig zunehmenden Leerständen in ländlichen Gegenden lösen. „Wir begrüßen die Gründung der Metropolregion Rheinland und wünschen ihr für die Zukunft alles Gute“, freut sich daher der Vorsitzende von Haus & Grund Rheinland, Prof. Dr. Peter Rasche.

Dem schließt sich auch Verbandsdirektor Erik Uwe Amaya an. „Wenn die Verkehrsanbindung besser wird, hat das einen direkten positiven Effekt auf den Wert einer Immobilie.“ Das sei aber nicht der einzige Faktor. „Die Attraktivität eines Standortes hängt von vielen Dingen ab – allen voran Arbeitsplätze, aber auch das kulturelle Angebot darf man nicht vergessen“, betont Amaya. Die Metropolregion biete insofern auch für Haus- und Grundeigentümer Chancen für eine positive Entwicklung.

Dieser redaktionelle Beitrag wurde von Haus & Grund Rheinland verfasst.

 


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